Nachbetrachtung aus deutscher Sicht

 

Die 6.Radsport-Europameisterschaften und 1.MTB Europameisterschaften in Verona/Italien  nahmen einen guten Verlauf. Dies Dank der im Vorfeld erfolgten Kontakte zwischen der Organisationspräsidentin, dem EDSO-Offiziellen und dem EDSO TO, welche im Vorfeld strittige Punkte klärten. Alle Wettbewerbe verliefen einwandfrei und ohne Zeitverzögerung.

 

Das örtliche Wettfahr-Team (hörend) unter Signor Balliani verrichtete gute Arbeit. Beim Zieleinlauf im letzten Wettbewerb, dem 100 km Strassenrennen war die Wettfahrleitung jedoch nicht im Bilde. Den Sprint des Hauptfeldes konnte sie nicht korrekt erfassen. Zum Glück hatte der „Hof-Fotograf die Szene erfasst, so dass das Ergebnis korrigiert werden konnte.

 

Es war natürlich schade, dass keine deutschen Radsportler teilnehmen konnten. Zwar gibt es in Deutschland eine Menge MTB-Radsportler und etwa 20 Radrennsportler. Aber diese nehmen zumeist im Hobby-/Freizeitbereich teil.

 

Die an der EM teilnehmenden Radsportler der verschiedenen Länder nehmen alle an Wettbewerben der Hörenden teil. Das Leistungsvermögen entspricht in etwa der C/B Amateurklasse

 

Eine Teilnahme an Wettbewerben der Hörenden ist jedoch Voraussetzung um an EM, WM und WS teilnehmen zu können. Und ein umfangreiches Trainingspensum (ca. 12000 Jahreskilometer), medizinische Betreuung usw. gehört auch dazu.

 

Die Zeiten, wo ein Dieter Kellermann und Gottfried Paulus auf eigene Kosten zu Rennen nach Belgien fuhren (2500 km hin und zurück!) und sich dort mit starken Elitefahrern wie Luc Uzeel, Johnny Schelpe, Marc d´Hondt oder Gerald Troch auseinandersetzten und erfolgreich waren, sind leider lange vorbei.

 

Internationale Meetings, wie sie Gottfried Paulus in Deutschland, Bernard Deschamps in Belgien, Bruno Garoni und Santimo d´Astolfo in Italien in den Jahren 1983 – 1995 organisierten und durchführten fielen dem Zeitgeist zu Opfer und verschwanden von der Bildfläche. Gründe dazu gab es viele. Aufgabe des Sports aus Altersgründen, Berufliche und Familiäre Probleme, Neuorientierung im Leben usw.

 

Nur sehr wenige aus der alten Zeit sind noch immer dabei-z.B. Bruno Garroni (Mailand) Santimo d´ Astolfo (Modena) und Gottfried Paulus (Landshut).

Alle drei waren bei der EM in Verona präsent.

 

Mit den Vertretern der teilnehmenden Ländern wurden dabei die Probleme diskutiert, den Radsport stärker zu fördern – z.B. durch Meetings wie früher. Alle waren dafür aber ob es klappt, das steht auf einem anderen Blatt.

 

Für interessierte deutsche gehörlose Radsportler bietet sich hier eine gute Chance. Voraussetzung ist allerdings die Mitgliedschaft in einem GL-Sportverein, Kontakt zum Verbandsfachwart, Teilnahme an Treffen und Lehrgängen und Wettkämpfen der Hörenden, Führung eines Trainingstagebuches u.a.

 

Gegenleistung: Bei entsprechender internationaler Leistungsfähigkeit: Teilnahme an Deaflympics, WM und EM, Gewährung von Sporthilfe u.a. Bei Medaillengewinn  Prämien entsprechend der Deutschen Sporthilfevereinbarung mit DGS u.a.

 

Wäre toll, wenn die bisherigen erfolgreichen deutschen Radsportler bald wieder erfolgreiche Nachfolger bekommen.  gp.

 

Ein Termin zum Vormerken:

23.Mai 2009 – Internationales Radsport Meeting Landshut anlässlich des 20-jährigen bestehens des GSV Landshut (15 km Zeitfahren und 75 km Straßenrennen!) sowie 30 Jahre Radsport im DGS

Ehem. Radsportler und Gründungsmitglieder bitte melden bei mailto:paulusgottfried@aol.com oder Fax: 0871-67922

 

 

 

 

 

 Ergebnisse der Radsport EM siehe unter: www.deafsports-edso.eu

 

Bericht

 

Die Eröffnung der 6.Radsport-Europameisterschaft und der 1.MTB-Europameisterschaft fand am 26.Mai 2008 auf der Piazza Bra vor dem Rathaus und der Arena statt. Im Beisein des Oberbuergermeisters der Stadt Verona Herrn Flavio Tosi und zahlreicher Honorationen begrüssten Guido Zanecchia Praesident des FSSI und Daniela Mazzocco Präsidentin des Organisations-komitees die Teilnehmer und Gäste. Nach dem Aufmarsch der teilnehmenden Nationen und den Grussworten einiger Ehrengäste eröffnete Vasyl Sandugei, Vizepräsident der EDSO diese Europameisterschaften und die EDSO Flagge wurde von  ehem. Italienischen Medaillengewinnern im Radsport gehisst.

   

 

Meeting

Die Technische Sitzung fand abends ab 21.30 Uhr statt. Sie verlief dank der straffen Führung von EDSO-Vizepräsident Vasyl Sandugei ohne zeitraubende Diskussionen und war nach knapp 2 Stunden beendet.

 

 

 

  1. Tag MTB Relay

Als 1.Wettbewerb dieser Europameisterschaft stand das MTB-Staffelrennen auf einem 5 km Rundkurs auf dem Programm. Es waren 6 Teams zu je 3 Fahrern am Start. Jeder Fahrer musste 2 Runden fahren. Dieser Wettbewerb war gut organisiert und vorbereitet, wenngleich  die Strecke nicht ganz abgesperrt war. Das Team Italien A gewann ueberlegen vor Frankreich und Tschechien.

 

 

 

 

   

  1. Tag – Sprint und Kriterium

Am 2.Tag standen 2 Wettbewerbe auf dem Programm. Der Sprint und das Kriterium. Sie wurden erstmals  auf einer Radrennbahn durchgeführt  Die Sportler kamen auf der Radrennbahn gut zurecht und es gab keine Probleme. Die Ansetzung dieser beiden Wettbewerbe an einem Tag war nicht im Sinne des EDSO-TD und wurde für die Sportler zu einer harten Belastung.

 

Am Sprint-Wettbewerb nahmen 18 Fahrer teil. In einer Zeitqualifikation wurden die 16 Teilnehmer ermittelt, welche dann  im Ko-System gegeneinander kaempften. Bis zum Semifinal wurden die Läufe in einem Lauf entschieden. Ab dem Semifinal in 2 oder 3 Läufen.

Für das Semifinale qualifizierten sich Steeve Touboul und Jimmy Tomasina (beide Frankreich) sowie Luca Buontempo und Daniele Alberti (beide Italien) Im ersten Semifinal bezwang Luca Buontempo Jimmy Tomasina nach 3 hart umkämften Läufen. Im 2.Semifinal stand Steeve Touboul vorzeitig als Sieger fest, nachdem Daniele Alberti wegen Beinkrämpfen passen musste.

 

Im Finale bezwang Steeve Touboul Luca Buontempo in 2 Läufen und sicherte sich den Sprinttitel.

Platz 3 ging kampflos an Jimmy Tomasina, nachdem Daniele Alberti wegen Beinkrämpfen nicht antreten konnte.

Den Lauf um Platz 5-8 gewann Julius Matovcik (Slovakei) vor Marco Collina (Italien) und Evgeny Prokhorov (Russland)

    

Nach 3-Stündiger Pause fand dann das Kriterium statt. Wegen der grossen Hitze wurde die Distanz um 10 km verkürzt, so dass 40 km gefahren wurden, wobei in jeder 10.Runde Wertungspunkte vergeben wurden. Überlegener Sieger wurde Steeve Touboul (France) mit 1 Runde Vorsprung vor Jan Capek (Tschechien) und Dimitry Kalinkin (Russland).

Bedingt durch die Anstrengunngen im Vorhergehenden Sprintwettbewerb beendeten nur 9 Fahrer diesen Wettbewerb.

 

  1. Tag MTB Rennen

Dieser Wettbewerb wurde auf dem gleichen Kurs wie das Staffelrennen durchgeführt und nahm einen guten Verlauf. 6 Runden mussten gefahren werden bevor nach 30 km der erste MTB Europameister gekürt werden konnte. Es wurde zu einem spannenden Rennen mit geringen Zeitabständen. Gianfranco Monaco siegte mit 1 Minute Vorsprung vor Tommy Hammarstrom (Schweden) und David Cloux (France) welcher weitere 40 Sekunden später das Ziel passierte.

   

  1. Tag-Einzelzeitfahren

Auf einem idealen 4,35 km Streckenabschnitt der Uferstrasse des Flusses Adige fand das Einzelzeitfahren  statt. Der Tellerflache Kurs versprach schnelle Zeiten. 22 Fahrer starteten in Minutenabständen

David Cloux (France) bewältigte den 4 mal zu fahrenden Kurs (35 km) in 49.00,96 Minuten am schnellsten und sicherte sich dem Europameistertitel in dieser Disziplin. Knapp 7 Sekunden zurück holte sich Kirill Pestov (Russland) Silber vor Luigi Cucco (Italien). Überraschend stark präsentierte sich das Team Russlands, welche mit Dimitry Kalinkin und Evgeny Prokhorov die Plätze 4 und 5 belegten.

    

  1. Tag Freier Tag u. Meeting

Hier hatten die Teilnehmer Gelegenheit eine Visite der Stadt Verona zu machen, bevor am späten nachmittag das 2.Meeting stattfand, wo auch EDSO-Praesidentin Isabelle Malaurie teilnahm.

Hier wurden die durchgefürten Wettbewerbe besprochen und über das Strassenrennen am nächsten Tag informiert. Alle Delegierten waren mit der Organisation überaus zufrieden, von kleinen Schönheitsfehlern mal abgesehen und Applaudierten dem Organisationsteam um Daniela Mazzocco und Praesident Guido Zanecchia.

Es wurde festgelegt, dass die Radsport und Mountain-Bike Europameisterschaften künftig getrennt durchgeführt werden. Zum neuen TO für Mountain-Bike wurde Claudio Geronazzo (Italien) gewählt. Zum TO für Radsport wurde Gottfried Paulus (Deutschland) wieder gewählt. Die nächsten MTB-Europameisterschaften werden voraussichtlich im Jahr 2010 in Spanien stattfinden. Für die Radsport-Wettbewerbe muss noch ein  ausrichtenden Land gefunden werden.

 

  1. Abschluss Strassenrennen

Den krönenden Abschluss dieser hervorragend organisierten Radsport-Europameisterschaften bildete das 100 km Strassenrennen, welches auf der Piazza Bra vor dem Rathaus in Verona gestartet wurde. Professional geleitet und gesichert kämpften die 22 Teilnehmer um den letzten zu vergebenden Titel. Nach der neutralisierten Fahrt zum Rundkurs erfolgte püntklich um 9 Uhr der Start auf dem 10 mal zu fahrendem Rundkurs welcher auf den letzten 3 Runden einen 1,5 km schweren Anstieg (15 %) beinhaltete. Eine Vorentscheidung fiel bereits in der ersten Runde als sich kurz vor Beginn der 2.Runde eine 6-köpfige Gruppe mit Luigi Cucco, Luca Buontempo (beide Italien), Steeve Toubouul, Remi Girardet (beide Frankreich) sowie Ivan Makarov (Russland) und Francisek Kocourek (Tschech.Re.) auf die Flucht machte. Mit scharfem Tempo bauten sie schnell einen 4 minütigen Vorsprung auf, welcher vom kompakten Verfolgerfeld nicht mehr wett gemacht werden konnte, zumal die starken Teams alle einen Fahrer in der Spitzengruppe hatten und sich somit blockierten. Die Entscheidung fiel auf dem letzten 15-prozentigem Anstieg. Luigi Cucco setzte eine Attake und konnte sich absetzen und erreichte das Ziel in Torricelle mit 15 Sekunden Vorsprung und sicherte sich den Europameistertitel. Auf dem 3 km Schlussanstieg zersplitterte die 5-köpfige Verfolgergruppe. Platz 2 sicherte sich Steeve Touboul (Frankreich) vor Ivan Makarov (Russland) und Luca Buontempo (Italien). Den Spurt des Feldes gewann Tommy Hammarstrom (Schweden).

    

                                                              

 

 Den Schlusspunkt setzte die Schlusszeremonie mit der Einholung der EDSO Flagge und dem Abschlussbankett.  –gottfried paulus-edso-to-cycling-

 

 

_____________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

Europas Gehörlose Radsportelite trifft sich in Verona

 

 

Nach 8-jähriger Unterbrechung trifft sich die europäische Radsportelite vom 25.-31.Mai 2008 in Verona/Italien zur 6.Radsport Europameisterschaft. Erstmals in der Geschichte dieser Radsport-Europameisterschaften sind keine deutschen Radsportler mit von der Partie, welche bei den bisherigen Events für ein großes Erfolgserlebnis für den DGS sorgten. Fahrer wie Andreas Blümlein, Gottfried Paulus, Gerald Mielke-Weyel, Manfred Lockemann,  Florian Göbel , Frank Krämer, Frank Hoffmann u.a. prägten die Geschichte dieser Radsport-Eurpoameisterschaften von deutscher Seite aus mit. Nicht zuletzt auch durch den ambitionierten Trainer Steffen Wintergerst, welcher es verstand ein gutes –fast professionelles-Team zu bilden.

 

Zwar ohne deutsche Radler, aber mit deutscher Beteiligung wird diese Europameisterschaft ablaufen. Gottfried Paulus (Landshut) wird die sportlich-technische Leitung dieser Veranstaltung obliegen. Als erfahrener Funktionär und langjähriger ehemaliger aktiver Radrennfahrer in der hörenden Welt, dürfte er die Gewähr für einen ordentlichen Ablauf dieser repräsentativen Veranstaltung sein. Da er als reiner Strassenradsportler für die zum ersten Mal durchgeführte Mountain-Bike-Europameisterschaft nicht die erforderlichen Voraussetzungen verfügt, steht ihm ein lokaler Funktionär zur Seite um auch diese Wettbewerbe zum Erfolg zu führen.

 

Von den 9 angemeldeten Ländern hat England kurzfristig abgesagt, so dass nur 8 Länder mit von der Partie sein werden. Es werden in den einzelnen Wettbewerben also durchschnittlich ca. 20-24 Radsportler teilnehmen

 

Sobald neueste Infos vorliegen wird darüber informiert.

 

Auch wenn es bedauerlich ist, dass erstmals deutsche gehörlose Radsportler nicht mit von der Partie sind- hier Infos dazu:

 

Das Leistungsvermögen der Teilnehmer ist in etwa der C/B-Klasse angesiedelt.

Jahreskilometerleistung so um die 15 000 km

Teilnahme an Wettbewerben der Hörenden Voraussetzung

 

Also durchaus etwas professionell und entbehrungsreich um Europameister zu werden.

 

Verona ruft die Radler-und wo sind sie?

 

Geschichte der Radsport-Europameisterschaften

 

 

Vom 25.Mai bis 31.Mai 2008 finden in Verona die 5.Radsport-Europameisterschaften der Gehörlosen statt. Eigentlich wären es die 6.EM, aber wegen der Disqualifikation Italiens nach den chaotischen Deaflympics in Rom hatten sich für die 4 Jahre zuvor in Landshut /Deutschland geplanten EM nur 12 Radsportler aus 4 Ländern angemeldet, so dass die EM aus Kostengründen abgesagt wurde. Verona versucht also einen Neuanfang in dieser Sportart und begehrt zugleich, dass auch MTB als Europameisterschaft anerkannt wird, obwohl diese Sportart bislang in der EDSO nicht durchgeführt wird.

 

Nun ja, Italien ist sonnig und da ist alles möglich.

 

Und der Gehörlosen Radsport- wo steht er? Wie läuft es da?

Die Geschichte des Radsports in der EDSO begann 1988. Vorgänger waren wohl die Europa-Meetings im Anschluss an die Weltspiele in Köln. Wo verschiedene Länder Veranstaltungen mit großer Beteiligung durchführten. Unvergessen die Rennen in Eichstetten am Kaiserstuhl in Brügge, Modena und Mailand und anderen Orten. Die EDSO beschloss, dass es ab 1988 auch Radsport-Europameisterschaften durchführen wird. Die erste Radsport-Europameisterschaft wurde an die Schweiz vergeben. Volketswil bei Zürich, der Heimat des berühmten Ferdi Küblers (dem Adler von Adliswil) war erster Austragungsort. Es waren 3 Wettbewerbe vorgesehen, Sprint, Zeitfahren und Straßenrennen. Alle wurden auf der gleichen Strecke durchgeführt.

Für den Sprint war die Strecke, da sehr kurvenreich, nicht geeignet,. Für das Zeitfahren auch nicht. Nur für das Straßenrennen war der Kurs optimal. Die Organisation dieser ersten Radsport-Europameisterschaft war recht ordentlich. Aber die Rennen der Gehörlosen fanden als Nebenrennen zu einem Rennen der Hörenden statt. Es gab eine gute Beteiligung und die Spitzenfahrer der einzelnen Nationen (Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz u.a.) waren mit von der Partie. Herausragenster Teilnehmer bei dieser ersten Radsport Europameisterschaft war der Franzose Jean-Claude Baqueste, welcher das Zeitfahren und das Straßenrennen haushoch überlegen gewann. Aber das deutsche Team konnte durch denn allzu früh verstorbenen Andreas Blümlein eine Silber und 2 Bronzemedaillen erringen und durch Gottfried Paulus, Gebhard Kessler, Uli Hollinger gute Platzierungen erreichen.

 

1992 war dann Manresa in Spanien Treffpunkt zur 2. Radsport-Europameisterschaft.

Wo liegt Manresa? Das Problem den Ort zu finden war zuerst Nebensache. Denn wegen dem Tod des Präsidenten des Spanischen Gehörlosen Sportverbandes drohte eine Absage.

Erst etwa 3 Monate vor Termin fand sich ein engagierter spanischer gehörloser Funktionär und dieser stellte in kurzer Zeit die Weichen für die Durchführung der 2.Radsport-Europameisterschaft. Es war eine hervorragende Veranstaltung, wo auch erstmals Radsportler aus dem Ostblock teilnahmen und neue Impulse einbrachten. Unvergessen das 100 km Straßenrennen wo die Polizei für die ca. 35 gehörlosen Radsportler die Straßen sperrte und das Ziel mitten im Zentrum lag. Und auch das Zeitfahren wo die Fahrer sich wie Profis vorkamen-vorne Führungsmotorad, dahinter Betreuerauto und Strasse gesperrt. Schade, dass zu diesem Zeitpunkt in Deutschland keine leistungsstarke Fahrer vorhanden waren. Nur Robert Mörtl und Karl Wachter nahmen teil. Beide konnten keine vorderen Platzierungen erreichen.

In  einer schönen Zeremonie wurden dann die 3.Radsport EM nach Italien vergeben. Pavia (nähe Mailand) war Austragungsort im Jahr 1992.

Aber Italien ist nicht Spanien. Bereits bei der Streckeninspektion und der Organisationsbesprechung gab es etliche Reibereien. Die Vorgaben der EDSO für das Straßenrennen wollte man nicht erfüllen, so dass man einen Kompromiss machte. Das Zeitfahren sollte auf einer verkehrsarmen Strecke durchgeführt werden, doch es lief bei dichtestem Verkehr ab und gefährdete die Teilnehmer.

Nur der Sprintwettbewerb lief auf einer optimalen Strecke, doch gab es hier erheblichen Zoff unter den Funktionären und nachdem sich die Meinungsverschiedenheiten beruhigt hatten gab es etliche schwere Stürze, wovon der damalige EDSO-Generalsekretär Werner Kliewer durch ein herumfliegendes Rad auch betroffen war und ärztiche Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Das erstmals ausgetragenen 50 Kriterium in den Abendstunden unter Flutlicht wurde zu einer Sturzorgie, aber die Besten setzten sich am Ende doch durch.

Bei dieser Europameisterschaft konnten sich die deutschen Teilnehmer bestens in Szene setzen. Gerald Mielke-Meyel sicherte sich 2 Goldmedaillen (Sprint und Zeitfahren) und Manfrea Lockemann holte sich Silber im Zeitfahren. Nur im Straßenrennen patzte das DGS Team, wo Manfred Lockemann in einer frühen Fluchtgruppe wegen seines verlorenen Tachos abbremste und somit alle Chancen auf eine Medalle vergab. Gerald Mielke-Weyel als 7.konnte nichts mehr retten. Frank Krämer und Frank Hoffmann machten ihren Job als Mannschaftsfahrer ordentlich. In Italien muss man warten lernen, das Abschlußbankett begann erst um 23 Uhr und bis man was auf dem Teller hatte dauerte es auch noch eine Weile. Diese Europameisterschaft hatte trotzt der Probleme ihren Reiz.

 

Nummer 4 war dann Lidica/Kladno ca. 30 km von Prag entfernt. Niemand ahnte dass es ein trauriges Intermezzo mit einem Todesfall geben würde. Beim Einzelzeitfahren verunglückte der hoffnungsvolle 19-jährige Nachwuchsfahrer Florian Göbel tödlich, als er in voller Fahrt auf ein entgegenkommendes Auto prallte. Aber bereits bei der Inspektion hatte der TD-EDSO erhebliche Bedenken gegen den Kurs für das Zeitfahren geäußert. Erst auf nachhaltigen Druck

gab er seine Zustimmung. Diese Europameisterschaften wurden zu einem Triumpf des DGS-Radsport-Teams bis zum traurigen Ereignis, wonach sie die Veranstaltung verliesen.

Gold und Bronze im Sprint, Gold im Kriterium, Gold im Zeitfahren durch Gerald Mielke-Weyel und den tödlich verunglückten Florian Göbel.

Dem tschechischen GL-Sportverband muss man aber zugute halten, dass er eine hervorragende Veranstaltung gemacht hat. Der Unfall war höhere Gewalt und ist ihm nicht anzulasten.

 

Fehlanzeige mit Nr. 5 dieser Europameisterschaften, welche im Jahr 2004 in Landshut stattfinden sollte. Wegen der Quereleien bei den Deaflympics in Rom wurden die Italienischen Sportler gesperrt. Mit nur 12 angemeldeten Sportlern kann man beim besten Willen keine Europameisterschaft durchführen. Dass wenige Wochen nach dem Termin die Sperre für Italien aufgehoben wurde war kein Trost. Frustiert gab der EDSO TD für Radsport nach Rückkehr von den Deaflympics in Melbourne seinen Rücktritt bekannt.

 

Nun also auf ein Neues und der frustierte TD wurde um Mitarbeit gebeten.

 

Was erwartet die Teilnehmer in Verona?

Vorgesehen sind die Wettbewerbe im 1000 Meter Sprint, dem 30 km Zeitfahren und dem Straßenrennen. Hier will man wohl nur eine verkürzte Distanz fahren lassen (ca. 80 statt 100 km) Dazu kommen sollen erstmals Wettbewerbe im MTB , wobei die Sieger auch Europameister sein sollen, obwohl es von der EDSO noch keine Bestätigung hierzu gibt.

Problematisch ist auch, dass zur Streckeninspektion der TD für Radsport nicht hinzugezogen wurde. Jetzt bemüht man sich in der kürze der Zeit darum, alles meisterlich vorzubereiten.

 

Also Schaun mer mal…gp.

 

 

 

 

Verona/Italien vom 25.5.-31.05.2008

Vorläufiges Programm Tag, Zeiten, Veranstaltungsorte

25. Mai 2008 Sonntag Ankünfte und technische Sitzungen

26. Mai 2008 Montag 10.00-12.00 Uhr Eröffnungsfeier Town Hall (Rathaus)

(vielleicht in der Arena) Piazza Brà:

15.00 Uhr-16.00 Uhr Off Road Rennen MTB-Relay: Rennstrecke Villa Novarè.

27. Mai, Dienstag 9.00-19.00 Sprint-Wettbewerb - Pescantina Velodrom

28. Mai 2008 Mittwoch 9.00-12.00 Uhr Off Road Rennen

Long-distance MTB individuelle Villa Novarè Bereich

29. Mai 2008 Donnerstag 9.00-12.00 Uhr

Einzelzeitfahren Strasse (30 km ?) Lung'Adige Attiraglio

30. Mai 2008 Freitag Ruhetag

31. Mai 2008 Samstag 9.00-14.00 Uhr Strassenrennen-100 km ?

Anschliessend: Schlusszeremonie Piazza Brà (Start-und Ziellinie)

1. Juni 2008 Sonntag Morgen Abfahrt

 

6.Radsport-Europameisterschaften der Gehörlosen

 



nach oben